Hypnose gegen Phantomschmerzen

Unter Phantomschmerz versteht man eine Schmerzempfindung in einer amputierten Gliedmaße, bei dem noch die Empfindung besteht, die Gliedmaße sei noch ganz oder teilweise vorhanden.
Wie wirkt Hypnose gegen Phantomschmerzen?

Ein Beispiel aus der Therapie von Milton Hyland Erickson (1970) 

Erickson war ein amerikanischer Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut, der die moderne Hypnose und Hypnotherapie maßgeblich prägte und ihren Einsatz in der Psychotherapie förderte.

In diesem Fall lam ein 69 Jahre alter Patient mit Beinamputation zu ihm.
Er leidet leidet seit Jahrzehnten an Phantomschmerzen. Die Schmerzen traten erstmals auf, als ihm im Lazarett in Russland klar wurde, dass er wegen der Amputation den väterlichen Tischlereibetrieb nicht übernehmen würde können. Er war seit der Kindheit auf dieser Arbeit vorbereitet und es bedeutet ihm viel, und sein Selbstwertgefühl war nun ganz am Boden.

In der Hypnotherapie erlebte er immer wieder die traumatische Situation im
Lazarett. Die damaligen Gedanken und Ängste wurden in der Hypnose auf sein
künftiges, tatsächlich gelebtes Leben, orientiert. Dabei nahm der Patient Gefühle von Stolz und
Zufriedenheit wahr, und er konnte emotional spüren, dass das Leben auch nach der Amputation lebenswert war.

Nach der Hypnose waren die Phantomschmerzen für immer verschwunden.