Versorgungslage von Schmerzpatienten

Die Versorgungslage von Schmerzpatienten in Deutschland muss in sehr vielen Fällen als
eine absolute Katastrophe bezeichnet werden.  Millionen Menschen werden zu chronischen Schmerzpatienten - wobei man durch eine gezielte Prävention und eine frühe konsequente Behandlung sehr viel mehr helfen könnte.

Bis Schmerzpatienten den Weg in eine Schmerzambulanz oder Praxis finden, vergehen oft viele Jahre, als Beispiel Migränepatienten suchen im Durchschnitt mehr als 19 Jahre nach Linderung.

Der überwiegende Teil der Behandlungsversuche bei chronischen Schmerzen findet
heute immer noch in der Praxis des Allgemeinmediziners, des Internisten, des Orthopäden, aber hier besteht die Schmerztherapie in erster Linie aus der Verordnung von Analgetika und Antirheumatika, oft auch Psychopharmaka wie Tranquilizer, Antidepressiva die über längere Zeit verordnet werden, was als sich oft als sehr uneffektiv gezeigt hat. Dazu kommt ein besonders hohes Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial bei Kombinationspräparaten - bekannt ist zum Beispiel dass Migränemitteln zu einem sekundären medikamenteninduzierten Kopfschmerz führen können.

Eine effektive Therapie chronischer Schmerzen ohne begleitendes psychotherapeutisches Behandlungsangebot ist heute meiner Meinung nach einfach kaum mehr denkbar, aber das medizinische Versorgungssystem hat bisher nicht dafür gesorgt, dass sich eine interdisziplinäre Zusammenarbeit etablieren könnte.

Zahlreichen, unnötigen, invasiven, kostenaufwendigen, monodisziplinären Therapieversuchen sind bei Schmerzpatienten fehl am Platz - diese verursachen doch nur, dass die Chronifizierung fortschreitet und dass die Behandlung der Schmerzen immer schwieriger wird.

Aber auch viele Psychotherapeuten  signalisieren keinerlei Interesse an
einer Zusammenarbeit.  Das ist für mich kaum zu verstehen und ich kämpfe dafür, dass innovativen Behandlungskonzepten, insbesondere multimodaler und interdisziplinärer Ansätze mehr und mehr verstanden und eingesetzt werden, wie zum Beispiel Hypnose und Integrative Psychotherapie, um eine adäquate Versorgung von Schmerzerkrankungen und vor allem die Prävention der Schmerzchronifizierung zu erreichen.